Drei Aufführungen, viele Perspektiven: „Die jungen Theatermacher“ gestalten Zukunft

Am Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg haben mehr als 20 Jugendliche im Rahmen von KLIMAbrauchtKULTUR drei bemerkenswerte Theaterinszenierungen auf die Bühne gebracht. Im Mittelpunkt standen die Beziehung zwischen Mensch und Natur und die Herausforderungen des Klimawandels – eigenständig entwickelt, kreativ umgesetzt und mit viel Raum für unterschiedliche Perspektiven.

Wie können junge Menschen Zukunftsfragen mit den Mitteln der Kunst erkunden? Und was entsteht, wenn sie dabei nicht nur Publikum, sondern selbst Autorinnen und Autoren, Darstellende und Gestaltende sind?

Die Gruppe „Die jungen Theatermacher“ am Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg hat darauf gleich drei ganz eigene Antworten gefunden. In ihren Aufführungen setzten sich die Jugendlichen intensiv mit dem Verhältnis von Mensch und Natur, ökologischen Veränderungen und den gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels auseinander.

Dabei entstanden keine pädagogischen Lehrstücke, sondern eigenständige künstlerische Arbeiten: nachdenklich und humorvoll, unmittelbar und vielschichtig. Theater wurde zum Raum, in dem Fragen gestellt, Perspektiven gewechselt und mögliche Zukünfte erprobt werden konnten.

Kultur als Erfahrungsraum für Zukunft

Genau hier setzt KLIMAbrauchtKULTUR an. Als Projektbereich der Wertebündnis-Initiative KLIMAbrauchtWERTE eröffnet das Programm jungen Ensembles in ganz Bayern die Möglichkeit, sich mit Nachhaltigkeit, Werten und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen und daraus eigene künstlerische Projekte zu entwickeln.

Junge Menschen sollen dabei nicht vorgegebene Botschaften reproduzieren. Sie entwickeln ihre eigenen Fragen, suchen nach Ausdrucksformen und erleben, dass ihre Ideen gehört werden und Wirkung entfalten können. So wird Kultur zu einem Erfahrungsraum für Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliche Zukunftsgestaltung.

Ein Würzburger Pionierprojekt

Begleitet wurde das Projekt von Alice Donga und Friedrich Knorpp. Als Theaterpädagoginnen und engagierte Vermittlerinnen von Bildung für nachhaltige Entwicklung verbinden sie künstlerische Arbeit mit einer großen Offenheit für die Perspektiven der Jugendlichen. Auf diese Weise entstehen Projekte, die nicht nur über Nachhaltigkeit sprechen, sondern jungen Menschen echte Gestaltungsräume eröffnen.

Ein besonderer Dank gilt auch Dr. Holger Saurenbach, Schulleiter des Matthias-Grünewald-Gymnasiums. Mit Vertrauen, Freiräumen und Offenheit schafft die Schule Voraussetzungen dafür, dass solche langfristigen künstlerischen Prozesse wachsen können.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung der GLS Bank, der wir für die Förderung herzlich danken.

Vom Day of Hope bis auf die eigene Bühne

Einen ersten besonderen Auftritt hatten die jungen Theatermacher bereits wenige Wochen zuvor: Beim Day of Hope in München präsentierten sie erstmals Auszüge aus ihrem Programm einem größeren Publikum.

Mit den drei abschließenden Aufführungen in Würzburg kehrte das Projekt nun an seinen Entstehungsort zurück – und machte sichtbar, welche künstlerische Tiefe sich entwickeln kann, wenn Jugendliche über einen längeren Zeitraum an ihren eigenen Themen und Ausdrucksformen arbeiten.

Einen besonderen Moment gab es schließlich auch abseits der Bühne: Die Jugendlichen konnten den Neumarkter Lammsbräu Preis für Nachhaltigkeit 2026 selbst in den Händen halten. KLIMAbrauchtWERTE wurde in diesem Jahr in der erstmals vergebenen Kategorie „Gelebte Nachhaltigkeit in der Kultur“ ausgezeichnet. Die jungen Theatermacher stehen mit ihrem Pionierprojekt exemplarisch für genau jene Verbindung von Kultur, Nachhaltigkeit und jugendlicher Gestaltungskraft, die mit der Auszeichnung gewürdigt wurde.

Neue Pionierprojekte für 2026/2027 gesucht

Auch im Schuljahr 2026/2027 lädt KLIMAbrauchtKULTUR wieder Ensembles aus ganz Bayern ein, eigene Projekte an der Schnittstelle von Kultur und Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Workshops, individuelle Begleitung und Coaching unterstützen die Gruppen dabei, aus eigenen Fragen künstlerische Vorhaben entstehen zu lassen. Begleitet werden die Projekte unter anderem von Workshopleiterin Elli Ellenrieder.

Chöre, Orchester, Theatergruppen und weitere junge Ensembles, die Teil von KLIMAbrauchtKULTUR werden möchten, können sich gerne bei uns melden.