Donaumoos: Landschaft im Wandel – weiterer Resonanzraum für KLIMAbrauchtKULTUR

Wie lassen sich Klimaschutz, Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und die Interessen der Menschen vor Ort miteinander verbinden? Und wie können gerade junge Menschen solche Transformationsprozesse nicht nur kennenlernen, sondern mit kulturellen Mitteln befragen und mitgestalten?

Diesen Fragen konnte Boris Braune, Initiator von KLIMAbrauchtWERTE und Projektleiter von KLIMAbrauchtKULTUR – STADT.LAND.FLUSS., am vergangenen Freitag bei einer Exkursion des Arbeitskreises Umweltstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen ins Bayerische Donaumoos nachgehen.

Das Donaumoos ist ein außergewöhnlicher Natur- und Kulturraum. Mit rund 180 Quadratkilometern ist es das größte Niedermoor Süddeutschlands. Über Jahrhunderte wurde die Landschaft entwässert und landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Heute steht die Region vor einer anspruchsvollen Zukunftsaufgabe: Moor- und Klimaschutz, Wasserhaushalt, Landwirtschaft und wirtschaftliche Perspektiven müssen neu zusammengedacht werden.

Wie intensiv daran bereits gearbeitet wird, machten Michael Hafner, Geschäftsführer des Donaumoos-Zweckverbands, und Stefan Janda bei der Einführung und der Exkursion anschaulich deutlich. Der Zweckverband entwickelt gemeinsam mit Landwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft neue Wege für eine moorbodenschonende Zukunft. Dazu gehören höhere Wasserstände, alternative Bewirtschaftungsformen und neue Wertschöpfungsketten aus Pflanzen nasser Moorstandorte. Entscheidend ist dabei der Ansatz, Klimaschutz nicht gegen die Menschen und die Landwirtschaft vor Ort zu entwickeln, sondern gemeinsam tragfähige Perspektiven zu schaffen.

Bereichernd war auch der Austausch innerhalb des Arbeitskreises mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus Umwelt- und Stiftungsarbeit.

Für KLIMAbrauchtKULTUR hat dieser Besuch einen besonderen Gedanken verstärkt: Das Donaumoos könnte zu einem exemplarischen Lern- und Gestaltungsraum kultureller Bildung werden. Denn hier werden ökologische Veränderung, menschliche Eingriffe, wirtschaftliche Interessen, regionale Identität und die Suche nach neuen Lösungen unmittelbar erfahrbar.

Genau dafür schafft KLIMAbrauchtKULTUR – STADT.LAND.FLUSS. Räume. Junge Menschen wählen ein Natur- oder Umweltthema aus ihrer eigenen Umgebung, begegnen Fachleuten bei Workshops und Exkursionen und übersetzen ihre Erfahrungen anschließend in eigene künstlerische Ausdrucksformen – etwa Musik, Klang, Bild, Theater, Text, Performance oder multimediale Formate. Dabei geht es ausdrücklich nicht um vorgegebene Antworten, sondern darum, Wahrnehmung, Perspektivwechsel, Selbstwirksamkeit und Gestaltungskompetenz zu stärken.

Im Donaumoos könnten daraus beispielsweise Begegnungen zwischen Jugendensembles, Landwirtschaft, Moorschutz, Wissenschaft und Bevölkerung entstehen. Eine Exkursion ins Moor könnte Ausgangspunkt für Klangforschung oder Field Recording sein, Landschaftsveränderungen könnten musikalisch, bildnerisch oder szenisch bearbeitet werden, unterschiedliche Interessen könnten in moderierten Dialogformaten aufeinandertreffen. Am Ende könnte eine öffentliche Präsentation stehen, die nicht nur Ergebnisse zeigt, sondern Menschen aus der Region miteinander ins Gespräch bringt. Genau solche Kulturpartnerschaften versteht KLIMAbrauchtKULTUR als Räume, in denen unterschiedliche ökologische, künstlerische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven voneinander lernen können.

So könnte das Donaumoos auch Teil unseres weiterführenden Ansatzes „Landschaften im Wandel“ werden: Landschaft nicht nur als Kulisse wahrzunehmen, sondern als gemeinsamen Lebensraum, dessen Veränderung uns alle betrifft – und in dem aus Wissen, Begegnung und Kreativität Zukunftsmut und Gestaltungskraft für eine enkeltaugliche Gesellschaftwachsen können.

Und vielleicht entsteht das nächste Projekt genau hier: Für das Schuljahr 2026/2027 bieten wir Mitwirkungsmöglichkeiten für interessierte Ensembles und Jugendgruppen aus ganz Bayern. Chöre, Orchester, Blaskapellen, Bands, Theater- und Tanzgruppen, schulische Ensembles oder kreative Jugendinitiativen sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden. Wir begleiten die Gruppen bei der Entwicklung ihres eigenen Projekts mit Workshops, Coaching, Fachwissen, Exkursionen und möglichen Partnerschaften.

Wer Lust hat, sich mit Mooren, Wasser, Landschaftswandel, Biodiversität, Klima oder einem ganz anderen Naturthema aus der eigenen Region künstlerisch auseinanderzusetzen, ist herzlich willkommen:

info@klima-braucht-werte.bayern
089 44138201

Veränderung erleben. Veränderung verstehen. Veränderung gestalten.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die offenen Einblicke und Gespräche sowie an Leevke Succow für die wunderbaren fotografischen Eindrücke dieses Tages.

Fotos: Leevke Succow